Gastbeiträge von Albrecht Künstle

... zu den verschiedensten Themen ab November 2019

Seine Artikel werden regelmäßig in der Freien Presse auf Online-Nachrichten-Blogs veröffentlicht, so z.B. bei Jouwatch, Die Unbestechlichen, Conservo, Die Freie Meinung, PI Freiburg, Philosophia Perennis, haOlam etc.

Erdogan / Syrienkonflikt / Kurden 

Erdogans Syrien-Offensive entpuppt sich
als Planungsfehler


von Albrecht Künstle, November 2019


- Zwei Mio. Menschen auf 16.000 km² ansiedeln – ein zweiter Gazastreifen?
- Nicht die gesamte Weltgemeinschaft schaut zu, einige kehren schon um

Erdogan wollte bekanntlich 444 km mal rund 35 km von Syriens Norden kurdenfrei schießen, rund 16.000 Quadratkilometer. Er hatte auch schon damit begonnen, und 200.000 waren auf der Flucht, darunter viele dort Schutz suchende Christen. Zweites Ziel war die Ansiedlung von zwei Mio. Syrern – als ob diese nicht selbst bestimmen könnten, wo sie wohnen wollen. Derzeit bei den Glaubensbrüdern in der Türkei, der Islam ist ja für seine große Gastfreundschaft bekannt. Oder doch nicht? Der neue Palast von Erdogan hat 1.000 Zimmer, 10 müssten doch reichen, wenn er eh selten da ist. In den übrigen Räumen könnte er locker 5.000 Gäste unterbringen.

Eigentlich ist die Türkei mit 105 Einwohnern pro km² trotz der muslimischen Nachbarn nicht überbevölkert. In Syrien sind es noch zwischen 110 und 115 EW/km². Überhaupt weiß man nicht, was dieser Mann will. Will er nicht die Bevölkerung vermehren, indem er den Familien fünf statt drei Kinder vorschlägt? Warum sollen die sich so abmühen müssen, wenn man seinen Laden aus der Nachbarschaft auffüllen kann? Es sind zwar keine Türken, aber zumindest ticken die religiösen Brüder ähnlich. Oder doch nicht?

Würde Erdogans Plan seines „Gazastreifens“ auf Syriens Territorium realisiert, betrüge die Be-völkerungsdichte dort rund 130 EW/km² - wenn das Gebiet vorher total entvölkert würde. Ob-wohl dann genügend Wohnraum leer stünde, plant er den Bau von zehn neuen Städten und 140 Dörfern in seinem(?) Nachbarland Syrien. Aber woher das Geld nehmen, wenn schon sein Krieg viel kostet? Was ist da näherliegend, als an jene zu denken, die behaupten, die Türkei gehöre zu Europa. Deshalb solle ebendieses Europa 25 Mrd. Euro locker machen für den Städtebau – meint Erdogan.

Eines muss man dem Sultan vom Bosporus lassen. Das könnte ein Probelauf eines missverstan-denen(?) Migrationspakts sein, eine von der UNO erdachte und am türkischen Reißbrett reali-sierte „Umvolkung“ vom Feinsten, wenn alle mitmachen würden. Aber so richtig unterstützt wird er nur von der so genannten „Freien Syrischen Armee“ FSA. Jedoch ist dieses Bündnis et-was anderes als z.B. die Deutsch-Französische Brigade, die FSA ist nämlich eine Terrororganisa-tion. Eine andere zwar als der IS, dem die Türkei zur Finanzierung ihres Krieges entgegen allen anderen erbeutetes Öl abgekauft hat. Zur türkischen Eroberungs-Armee darf man nichts Der-artiges sagen, weil sie zur NATO gehört.

Aber so richtig unterstützt wird Erdogan nicht. Sogar die deutsche Kanzlerin meinte anfangs sinngemäß, ich glaube nicht, dass das richtig ist, was du da tust. Erst später forderte sie „ein Ende der türkischen Offensive“, aber keinen Rückzug. Vielleicht hat ihn das trotzdem er-schreckt, weshalb er bis jetzt nur 120 x 10 km überfallen hat. Oder aber es liegt daran, dass syrische und russische Einheiten gemeinsam Patrouillen fahren und nicht nur Pistolen mit sich tragen.

Weitere Einzelheiten zu Erdogans Ansiedlungsplan von arabischen Flüchtlingen in Nordsyrien in einer Reportage des Auslandskorrespondenten Gerd Höhler vom 07.11.2019 für süddeutsche Zeitungen.

https://www.badische-zeitung.de/erdogans-syrien-plan-geht-nicht-auf--179149481.html


Keine Bahn-Satire

Was funktioniert überhaupt noch bei der Deutschen Bahn?

von Albrecht Künstle, Nov. 2019

- Bisher versagte die Bahn bei der Planung von Großprojekten
- Sie ist nicht in der Lage, eine funktionierende Gleisinfrastruktur zu schaffen
- Sie ist unfähig, gute Fahrpläne zu machen und noch weniger einzuhalten
- Noch nicht einmal die banale Kommunikation beherrscht sie noch

Neulich ließ es sich nicht vermeiden, dass ich wieder einmal die Bahn benutzen musste. Ich stand am Bahnsteig und fluchte, weil der Zug nicht kam, aber auch keinerlei Informationen warum nicht und wann er endlich kommen wird. Da versuchte mich ein anderer Wartender zu beruhigen, „Es kann nicht mehr lange dauern, schauen Sie, die Gleise liegen schon.“ Da war er bei mir am Richtigen. Warum?

Ich war einer der führenden Köpfe in unserer eigenen Bürgerinitiative und dem Zusammenschluss IG BOHR am Oberrhein, die erfolgreich den Ausbau der Magistrale Rotterdam – Genua mitten durch unsere Städtchen verhinderte. Sie wird nun unweit entfernt an der Autobahn entlang gebaut. Anders als Stuttgart 21 eine hochprofitable Strecke mit gutem Nutzen-Kosten-Verhältnis.

Ich überprüfte das Betriebskonzept der Bahn, die Kostenkalkulationen u.a. Bis die Rheintalbahn (erst nach 2040) ausgebaut sein wird, gilt es, auf den nur zwei Gleisen auch einen zuverlässigen Nahverkehr abzuwickeln. Dazu müssten die Fahrpläne minutengenau gestrickt werden, ansonsten haben grenzüberschreitende Güterzüge – bis zu 200 täglich – Vorrang. Deshalb stand der Nahverkehrszug, auf den wir warteten, einen Kilometer vor dem Bahnhof und musste nach den Vorgaben der Infrastrukturbenutzerverordnung drei andere Züge durchlassen.

Das als Vorgeschichte, weshalb ich inzwischen gegen fast alles allergisch bin, was Bahn heißt. Und jetzt setzte die DB, das am besten Chaos organisierende Unternehmen Deutschlands, noch eins drauf. Mit einer E-Mail vom 26.04.2019 kündigte ich die BahnCard, als die DB jene Image-Kampagne mit fast nur Ausländern startete. Jedes Mal wenn ich einen Gutschein bekam, machte ich die DB aufmerksam, dass ich die BahnCard gekündigt habe. Das war am 2.6., 20.8. und 31.8.

Trotzdem schickte mir die DB am 6.9. die neue BahnCard, die ich auf dem Postweg zurück schickte mit dem Hinweis auf die Kündigung. Was diese Herrschaften nicht abhielt, am 14.10. eine Mahnung zu schicken und am 4.11. eine erneute mit Mahngebühren. Frech wie Oskar – oder Zeugnis der inzwischen totalen Unfähigkeit in allen Bereichen der Bahn mit ihren vielen Töchtern. Wenn wenigstens eine einzige, nicht missratene Tochter drunter wäre. Doch, eine fällt mir ein: Jene, die für das Lärmsanierungsprogramm an Schienenwegen des Bundes zuständig ist, diese macht eine gute Arbeit.

Zum Abrundung noch ein kleiner Schwank: Als wir einmal in der (On)Machtzentrale der DB in Berlin zu Verhandlungen waren, vermisste ein Neuer von uns die Treppen. Sagte ich in meiner Art: „Die braucht’s hier nicht, wer hier das erste mal rein kommt, geht an den glatten Wänden hoch.“


Israel - kein Reisebericht 

Vorwort von Albrecht Künstle, Autor des nachfolgenden Israel-Berichtes

Anfang des Monats machTe ich mir Gedanken, zu was für einem Jahrestag ich diesen November etwas schreiben könnte. Zufällig erinnerte ich mich jetzt an einen eigenen. Vor 50 Jahren, im November 1969, reiste ich als 19jähriger mit einer Delegation der IG Metall Jugend nach Israel. Von Frankfurt über Zürich nach Tel Aviv. Weil ich alle Flüge dokumentierte und mich auf der Rückseite meiner schwarz-weiß-Bilder über den Zeitpunkt versicherte, kann ich das noch fest zuordnen.

Deshalb setzte ich mich hin, und verfasste - keinen Reisebericht. Die 50 Jahre nahm ich als Anlass. Ich nehme dieses Datum nur als Aufhänger um etwas ins richtige Licht zu rücken, was mir regelmäßig begegnet: Ein verzerrtes Bild über Israel durch einseitige Informationen von Medien und Politik, das ich gerade rücken will.

Wen ich erreichen will: Wie die Medien und damit die öffentliche Meinung latent antiisraelisch ist - die Bekenntnisse der Politik zu Israel sind oft heuchlerisch - so sind auch die Vorbehalte Israel gegenüber erklärbar. Durch einige Informationen über Israel möchte ich deshalb um mehr Verständnis für Israel werben, und dessen manchmal kritikwürdige Politik erklären.


Mein Israel –
was ist in den letzten 50 Jahren aus dir geworden?


von Albrecht Künstle, Nov. 2019

- Im November 1969 bereiste ich das Land erstmals mit einem Jugendaustausch
- Seither hat sich die Bevölkerung mehr als verdreifacht – wie war das möglich?

Du bist hässlich geworden, muss ich feststellen, wenn ich im Fernsehen kritische Reportagen über Israel sehe. Das gilt jedenfalls für deine Grenzen zum Westjordanland und Gazastreifen hin, mit deinen bis zu acht Meter hohen Betonwänden. Bei meinem letzten Besuch 2000 standen diese noch nicht. Schützen sie dich eigentlich vor den Raketen der Hamas, Islamischer Djihad und den Feuerdrachen des Palästinenser-Nachwuchses? Und so viele Siedlungen außerhalb deines eigentlichen Staatsgebietes gab es bei meinem Erstbesuch 1969 auch noch nicht.

Was ist geschehen, dass 2002 mit dem Bau der Sperranlagen begonnen wurde? Ein Blick in die Bevölkerungsstatistik erklärt das meiste. Als ich vor genau 50 Jahren dort war – Golda Meir war Ministerpräsidentin – hatte Israel noch unter 3 Mio. Einwohner. In diesem Jahr wurden 9 Mio. überschritten! Über die unbefestigten Grenzen kamen nicht nur palästinensische Terroristen, sondern – man höre und staune – viele muslimische Araber, die den „Judenstaat“ Israel ihren islamischen Herkunftsländern vorgezogen haben. Deren Anteil beträgt 21 Prozent, dazu kommen zigtausende jüdische Mizrachim aus dem Nahen Osten, Afrika und Asien. Ein Viertel der Bevölkerung kommt aus diesen Ländern. Aber nicht nur diese, auch andere Afrikaner kamen auf dem Landweg – nicht wie bei uns per Schiff, Bahn, Bus und Flugzeug.

Aber jetzt steht das „antiarabische Bollwerk“, und die Bevölkerung wächst immer noch, wird mir entgegen gehalten. Das Wachstum betrug in den letzten zehn Jahren knapp zwei Prozent im Jahr. Ein Grund ist der anhaltende Zustrom aus Osteuropa und Russland, wo Juden immer noch kein gutes Leben haben. Nach dem Zerfall der Sowjetunion wanderten über eine Mio. Juden aus den Nachfolgestaaten nach Israel ein. Neun Prozent der Bevölkerung sprechen russisch. Diese Migration nimmt jetzt ab – weil es in den Ostgebieten immer weniger Juden gibt. Aber immerhin 24 Prozent der israelischen Bevölkerung ist im Ausland geboren. Altkanzler Kohl hat in seinen Regierungsjahren ein Mehrfaches hergeholt. Israel holte sie nicht, sie kamen einfach. Und wir Deutsche haben am wenigsten Grund, Israel Migrationseuphorie vorzuwerfen, sie ist bei uns ausgeprägter. Doch jetzt beginnt die Flucht von Juden aus Frankreich (100.000) und zunehmend auch aus Deutschland nach Israel.

Israel ist auch Zufluchtsland von Christen aus Syrien und dem Nordirak. Seit 2014 sind dort die Aramäer als eigenständige Bevölkerungsgruppe anerkannt. Deutschland könnte sich eine Scheibe abschneiden, das seine Tore lieber für Muslime offen hält. Und Antisemitismus nur aus der rechten Szene beklagt, statt zunehmend durch das korangeprägte Umfeld. Was dazu führen könnte, dass es mehr Übersiedlungen von Juden aus Deutschland nach Israel geben wird – nach Nahost, aus dem die Merkelgäste kommen. Eine kleine, entgegengesetzte Völker-wanderung.

Doch selbst wenn die Zuwanderung nach Israel ausbleibt: Die Bevölkerung würde trotzdem zunehmen. Die Geburtenrate in Israel beträgt 21 Promille, bei nur 5 Promille Sterberate. Die Ursache sind durchschnittlich 3,1 Kindern je Familie. Dabei sind 46 Prozent säkulare Juden durch Geburt. Diese haben ähnliche Kinderzahlen wie bei uns, also ein oder zwei Kinder. Doch das wird überkompensiert durch insbesondere sieben Prozent ultraorthodoxe Juden mit oft zehn Kindern. Noch mehr schlagen die muslimischen Familien mit auch mindestens fünf Kindern zu Buche, weil diese Bevölkerungsgruppe größer ist. Beide Gruppen zusammen machen 40 Prozent der Neugeborenen aus.

Was hat das alles mit der umstrittenen Politik Israels zu tun, wird entgegnet. Doch die inzwischen 400 EW/km² brauchen Arbeitsstätten, Wohnungen und die Landwirte zur Ernährung der steigenden Bevölkerung viel Land. Zieht man die Wüstengebiete des Negev ab, der nur wenig besiedelbar ist, und die ebenfalls dünn besiedelte Golanhöhe, beträgt die Einwohnerdichte im bewohnten Israel 700/km², damit dreimal so hoch wie im dicht besiedelten Deutschland, und die höchste im Nahen Osten.

Aber der Landwirtschaft in Israel steht nur ein Viertel des Landes zur Verfügung, mit der es ihre Bevölkerung ernähren und Devisen durch den Zitrusfrüchte- und Gemüseexport und anderem erwirtschaften muss. In diesem Dilemma liegt begründet, weshalb Siedler auf eigene Faust auch ins Westjordanland ausweichen – und die Regierung ein Auge zudrückt, was sie nach dem Völkerrecht nicht dürfte. In den besetzten Gebieten gibt es über 200 solcher Siedlungen, darunter vier Städte mit mehr als 15.000 Einwohnern. Nur wenige illegale Siedlungen werden zwangsgeräumt, weil die Regierung sonst Gettos um ihre Zentren riskiert.

Könnte Israel sich aus der Westbank zurückziehen und die Versorgung seiner Bevölkerung den Palästinensern und Arabern im Westjordanland überlassen? Dieser Gedanke ist naheliegend, aber meine Erfahrung aus mehreren Israelbesuchen spricht dagegen. Bei einer meiner Visiten dort fuhren wir durch eine Modellprojekt-Siedlung (auf israelischem Gebiet). Auf der einen Seite der Hauptstraße waren jüdische Familien angesiedelt, auf der anderen arabische. Die Siedlung war erst fünf Jahre alt, aber man brauchte uns nicht zu sagen, wer auf welcher Seit wohnt. So vermüllt wie es um die Häuser der einen Seite aussah, so verwahrlost waren auch die Felder dahinter. Und so sieht es leider auch im Westjordanland aus. Soll dieses ohne die Siedler auch die israelischen Nachbarn ernähren können?

Wem soll Niemandsland im Nahen Osten gehören? Historisch gesehen können dort alle Volksgruppen aus irgend einer Epoche heraus Anspruch auf die Ländereien erheben, nicht nur die Juden. Dieser Aspekt ist m.E. Erachtens aber wenig zielführend. Eine Losung vieler „populistischer“ Bewegungen lautet: „Gebt das Land denen, die es bewirtschaften!“ Vor diesem Hintergrund fällt zumindest mir eine Antwort leichter, wem solches Land gehören soll. Außer den Israelis ist niemand in der Lage, die zunehmende Bevölkerung in jener Region zu versorgen.

Noch ein Kriterium: Im jüdischen Israel können auch muslimische Araber, Christen und andere repressionsfrei und gut leben. Sie können dort eigene Parteien gründen und sind in der Knesseth vertreten. Wo ist das in den Israel umgebenden Ländern der Fall? Würden die Juden in den arabischen Nachbarländern akzeptiert? Ein Blick in den Koran gibt die Antwort. Alleine im Libanon – aus dem die Hisbollah immer wieder Nordisrael attackiert – gibt es (fast) eine friedliche Koexistenz zwischen Muslimen und Christen. Juden jedoch nicht, die kann man dort zählen. Wer also für Multikulti ist, müsste an der Seite des Vielvölkerstaates Israels stehen.

Womit ich meinen Rückblick auf 50 Jahre Israel schließe. Es gab Zeiten, da wusste ich nicht, ob das israelische oder palästinensische Herz in meiner Brust stärker schlug. Seit ich weiß, dass die während und nach dem Unabhängigkeitskrieg 1948 und nach dem Sechstagekrieg 1967 geflohenen palästinensischen Araber zum geringsten Teil vertrieben, sondern von ihren Islamisten-Führern zum Verlassen ihrer Dörfer aufgefordert wurden, ist mein Mitgefühl für die Palästinenser nicht mehr ganz so ausgeprägt. Insbesondere nicht, weil ich heute auch weiß, dass den Palästinensern ebenso ein eigener Staat angeboten worden war. Was sie allerdings ablehnten, weil sie damals wie heute das Existenzrecht Israels ablehnen.

Heute sage ich, „mein“ Israel, du bist doch nicht so hässlich, wie ich eingangs beklagte. Es ist höchste Zeit, dir den nächsten Besuch abzustatten.

Terror 

Terror in Schweden –
die BZ aus Freiburg wirft Nebelkerzen


von Albrecht Künstle, Nov. 2019

- Explosionen am laufenden Band und 2. Platz bei Vergewaltigungen
- und wieder einmal soll das nichts mit der Migration zu tun haben

Auf ihrer Seite „AUS ALLER WELT“ titelt die Badische Zeitung vom 31.10.2019 aus Freiburg „Ex-plosionsserie in Skandinavien“. 2018 habe es in Schweden 306 Schießereien und 162 Sprengungen gegeben. Im laufenden Jahr könne der Terror noch höher ausfallen. Dass Schweden inzwischen nach Südafrika die höchste Vergewaltigungsrate aufweist, fehlt in dem Artikel – Nebensache?

Aber die Polizei tappe im Dunkeln, junge Schweden könnten es sein, in anderen Fällen seien „keine Täter ausgemacht“ worden. „Die Polizei gehe aber von Tätern aus dem Bandenmilieu aus“. Als ob es in dieser Jahreszeit nicht genug Nebel gibt, wirft diese Zeitung wieder einmal zusätzliche Nebelkerzen. Aber sie kann ein weiteres Mal ihre Hände in Unschuld waschen, denn der inhaltsleere Bericht kommt von der dpa – wen wundert’s? Hier der Kaffeesatz-Artikel. Wer den Link nicht öffnet, verpasst aber nichts. Er ist ein Zeugnis journalistischer Erbärmlichkeit.

Dabei hätten die Schreiberlinge von dpa nur in andere Quellen schauen müssen, was im nördlichsten Land der offenen Grenzen mit einer noch größeren Willkommenskultur als bei uns los ist. Der DLF vom 5.1.2018: Die früheren Banden der mit-telalten weißen Ganoven sind zer-schlagen, jetzt sind Gangs mit einem Durchschnittsalter von 22 Jahren am Ruder, 205 poli-zeibekannte mit zusammen 1.779 Verurteilungen – alleine in Malmö.

Die Herkunft der Täter wird in Schweden noch mehr unterschlagen als bei uns, aber der Sicherheitschef von Malmö schwurbelt, „man kann sagen, dass diejenigen mit einem nicht-schwedischen Hintergrund stärker vertreten sind. Aber das liegt daran, dass wir viele nicht-ethnisch-schwedische Menschen in Malmö haben.“ Und der schwedische Seehofer: „Wir müs-sen sowohl die Waffen von der Straße wegbekommen, als auch die Personen …“ Dafür gäbe es m.E. zwei Möglichkeiten: In die Gefängnisse mit ihnen, und wenn diese überfüllt sind, wieder in die Herkunftsländer zurück.

Und dann kommen noch fast täglich brennende Autos dazu. Natürlich nicht so viele wie bei uns – weil es dort weniger Autos gibt. Aber auch Synagogen sind Ziel von Brandanschlägen: Als Trump verkündete, was eigentlich schon immer klar war, dass Jerusalem die Hauptstadt Israels sein soll, da drehten zwei Syrer und ein Palästinenser durch und griffen die Synagoge an. Man darf annehmen, dass das keine „Rechtsradikalen“ waren, sondern stinknormale Islamisten, die eher links zu verorten sind – nicht anders bei uns.

Aber nicht nur das, auch die „brutalen Vergewaltigungen in Malmö“ (und im übrigen Schweden) sorgen für Aufsehen und Besorgnis,“ war im DLF zu erfahren. Deshalb soll die Polizei ver-stärkt werden, aber woher nehmen? Ob Schweden diese und andere „Fachkräfte“ auch noch im Ausland sucht, wie unsere Politiker? Sicher nicht, denn man würde den Teufel mit dem Bel-zebub austreiben. Die Schweden rekrutieren im Inland, wenn auch mit einem fragwürdigen Werbespruch, „Werde Polizist, du wirst auf Hass treffen…“

Doch man macht sich in Schweden ebenfalls Gedanken, warum man die Migranten so schwer integrieren kann. Vielleicht liegt es an der Masse. 2015 strömten umgerechnet eineinhalb mal so viele nach Schweden, als ins Merkel-Deutschland – die Leistungen waren dort noch höher als bei uns, jetzt ist das anders. Aber mit dem Familiennachzug übertreibt man es dort nicht so wie bei uns. Und: Die Polizei wird nun an die Grenze zu Dänemark geschickt, die Öresundbrücke. Ob das hilft? Als die alten Griechen ihr hölzernes Pferd starken Männern im Bauch endlich in Troja eingeschleust hatten, da nützte den Trojanern ihre Torwachen nichts mehr.

Zur Ergänzung noch ein informativer Beitrag aus PI-News vom 5.6.2019:

Zum Abschluss etwas zum Grübeln.
Die öffentliche Diskussion ist in Schweden ähnlich wie bei uns. Das Thema Herkunft der Täter werde ausgenutzt, „instrumentalisiert.“ Wirklich? Wem sollen denn die vielen „Herkünftler“ nützen? Vielleicht sollte man den Spieß rhetorisch umdrehen: Holen denn die politischen Bes-sermenschen deshalb so viele ins Land, um dann besser Stimmung gegen „Rechte“ schüren zu können? Instrumentalisieren nicht jene die Migration als Waffe gegen unliebsame politische Gegner? Man wird ja mal nachdenken dürfen.

Noch ein Versuch, die Instrumentalisierungs-Rhetorik zu entlarven, hier mit der Abschaltau-tomatik von PKW-Motoren. Alle sind sich darin einig, dass man sagen darf, welche Hersteller welche Motoren mit welcher Technik überlistet haben. Besser gesagt, wer womit die Autofah-rer getäuscht und geschädigt hat. Käme in dieser Sache jemand auf die Idee, den Skandal als eine „Instrumentalisierung“ zu nennen, um dem Kapitalismus eine Breitseite zu verpassen? Wohl kaum. Man wird doch wenigstens in dieser Sache „Ross und Reiter“ nennen dürfen, ohne der „Instrumentalisierung“ bezichtigt zu werden. 


Antisemitismus

Deutsch - Israelischer Arbeitskreis Südl. Oberrhein: 
Antiisraelische Aktivisten mobben
jüdische DIA-Vorsitzende

Gastbeitrag von Albrecht Künstle, 10.11.2019 


- Michael Stürzenberger informierte in Lahr über den politischen Islam
- Simone Schermann vom DIA wird für Solidarität mit Israel angegriffen

Darf eine Jüdin sich zu Israel bekennen? Auch eine deutsche Jüdin in unserem Land? Darf sie für Israel eintreten, wenn das auch andere tun, z.B. Michael Stürzenberger Pax Europa? Dürfen diese auch dann Flagge zeigen für Israel, obwohl unsere Muslime jenes Land und Juden hier nicht nur verbal attackieren? Und darf sie schließlich selbst dann für Israel sein, wenn das auch die AfD tut? Das sind Fragen, die die Welt bewegen, zumindest das südbadische Lahr. Diese Fragen werden dort von einigen infrage gestellt bzw. verneint. Breitgetreten durch die Lokalpresse, die eigentlich souveräner auftreten könnte, weil die Badische Zeitung dort keine Monopolstellung hat.

Schon dass es jemand öffentlich wagt, vor den Gefahren des politischen Islam zu warnen, wird als „Rechtspopulismus“ gebrandmarkt – die rhetorische Allzweckwaffe derer, denen politisch nichts anderes mehr einfällt. Aber OK, die Verwendung dieses Kampfbegriffs ist „in“, es wird überhaupt nicht mehr darüber nachgedacht. Auch die Wiederholung der Behauptung, dass jemand wegen Volksverhetzung verurteilt sei, scheint keine Verleumdung zu sein. Rechtskräftig ist noch keines der Stürzenberger-Urteile in Deutschland. Und die örtliche Presse berichtete mehrfach, dass gegen die Info-Veranstaltung demonstriert wurde. „Friedlich“, wie herausgestellt wird – als ob die eigentliche Veranstaltung unfriedlich war. Schon daran ist die unerträglich gewordene tendenziöse Stimmungsmache zu erkennen.

Nun aber zur eigentlichen Sache: Die Vorsitzende des Deutsch-Israelischen Arbeitskreises DIA südlicher Oberrhein, Simone Schermann, wagte es, auf der Seite von Pax Europa BPE zu stehen und mit einer israelischen Fahne das Wort zu ergreifen. Die Vorsitzende ist Jüdin, aber erst seit ein paar Monaten, 20 Jahre lang war das Amt in „deutscher Hand“ – wobei auch sie Deutsche ist. Und weil sie verständlicher Weise die Solidarität mit lebenden Juden und Israel ein-fordert, gerät sie ins Kreuzfeuer von ehemaligen Akteuren des DIA. Obwohl diese ausgetreten und daher auch keine Mitglieder mehr sind, fordern sie den Rücktritt der neuen Vorsitzenden – als ob sie in dem Verein noch etwas zu melden hätten. Und die Zeitungen weiden den Zwist genüsslich aus und bieten den Gegnern der Jüdin ein breites Forum. Eine Zeitung beschreibt sogar, wie man sie mithilfe der Satzung los werden kann. Wie war das noch mal mit dem Antisemitismus in Deutschland?

Genauso schlimm ist, dass nun auch der zweite Vorsitzende Robert Krais im Kreuzfeuer der Widersacher steht. Ihm wird vorgeworfen, loyal zur Vorsitzenden zu sein – und mit ihr eher auf der Seite Israels steht. Aber der Verein trägt eigentlich Israel in seinem Namen, und nicht etwa Palästina oder sonst was. Was man dazu noch wissen sollte: Robert Krais war, selbst als Sport-ler, einer der Auserwählten bei der Olympiade 1972 in München, der die israelischen Gäste betreute. Aber nur wenige Tage, denn elf der israelischen Olympioniken fielen dem schreckli-chen Attentat durch Palästinenser zum Opfer, alle wurden als Geiseln ermordet. Und von ei-nem so geprägten Mann verlangt man, nur halbherzig zu Israel zu stehen?

Gut, man darf die Gegner Israels nicht alle in einen Sack stecken. Heute reißen sie z.B. Mitsportlern in einem Freiburger Fitness-Center die Kippa vom Kopf mit dem Schlachtruf „freies Palästina“ (auf englisch). Das scheint im weltoffenen Freiburg Mehrheitsmeinung zu sein. Frau Schermann wohnt ebenfalls in Freiburg. Welch Glück, dass sie nicht in Versuchung kommt, aus Solidarität mit dem betroffenen jungen Juden auch nur vorübergehend eine Kippa zu tragen; was muslimischen Antisemiten ein Ärgernis ist, denn ohne Kippa sind jüdische Frauen nicht von „normalen“ Frauen zu unterscheiden.

Die Zeiten scheinen vorbei zu sein, dass Juden in Deutschland Solidarität mit Israel bekunden dürfen. Jedenfalls dann nicht, wenn sie das zusammen mit anderen Gleichgesinnten tun. Aber Israel gilt auch heute noch, vielleicht sogar verstärkt, als letzte Zufluchtstätte für Juden. Auch Frau Schermann dachte schon laut über den Tag X nach. Übrigens ist die Flucht nach Israel den Gegnern der Aufklärer über den politischen Islam und den islamischen Antisemitismus egal. Jedenfalls war das die Antwort einer Gegendemonstrantin in Lahr, es sei ihr egal, dass in den letzten Jahren 100.000 Juden aus Frankreich nach Israel geflohen sind, weil in unserem Nachbarland der importierte Antisemitismus noch unverblümter zu Tage tritt als bei uns.


Islam 

Islamische Welt feiert Mohammeds Geburtstag,
den Geburtstag ihres Führers
 

von Albrecht Künstle, 9. Nov. 2019


- Der islamische Kalender beginnt nicht mit ihm, sondern mit der „Hidschra“
- Eine Betrachtung auch über das Ende Muhammads, über das mehr bekannt ist

Es war im Jahr minus 52 Jahre vor der islamischen Zeitrechnung. Diese begann nicht etwa mit der Geburt (570) des „Religionsgründers“ Muhammad, wie im Christentum mit der von Jesus Christus. Das Jahr Null des Islam war das Jahr 622 n. Chr., als Muhammad von Mekka nach Medina ausgewandert wurde. Doch das ist eine andere Geschichte.

Das Licht der (arabischen) Welt erblickte „Abū l-Qāsim Muhammad ibn ʿAbdallāh ibn ʿAbd al-Muttalib ibn Hāschim ibn ʿAbd Manāf al-Quraschī“ in Mekka Die vierfache Wiederholung des „ibn“ ist nicht etwa ein Titel wie Dr. Dr., denn Muhammad konnte auch im Mannesalter weder lesen noch schreiben. Ibn heißt schlicht „Sohn des“… Der Name Muhammad war damals nicht besonders verbreitet; heute aber wird er den Kindern auch in Deutschland inflationär verpasst. In unserm Land gibt es inzwischen mehr Menschen namens Mohammed, als im Deutschen Reich der Name Adolf (Hitlers).

Der Geburtstag des „Propheten“ (Mawlid) wird dieses Jahr gemäß dem rotierenden Mondka-lender am 9. oder 10. November gefeiert. Schiiten feiern den Geburtstag ihres Propheten im Gegensatz zu den Sunniten zeitverschoben. Huldigen sie vielleicht verschiedenen Muhammads? Angesichts der Feindschaft zwischen ihnen könnte man es meinen.

„Mawlid an-Nabi wird in den meisten islamisch geprägten Ländern gefeiert sowie in Ländern, die einen größeren Anteil muslimischer Bevölkerung beherbergen, wie in … Deutschland...“ (Wikipedia). Islamische Schulen, Geschäfte und Unternehmen haben meist geschlossen. Die türkischen Geschäfte werden sich das Samstagsgeschäft wohl nicht entgehen lassen.

Weiter aus dem Internet: „Viele Moscheen sind am Geburtstag des Propheten erleuchtet (Anmerkung des Verfassers: kaum von einem irgendwie heiligem Geist) und Menschen ver-sammeln sich, um Geschichten und Legenden aus dem Leben Mohammeds zu erzählen. Teils wird der Geburtstag des Propheten von Muslimen abgelehnt, da sie ihn als verbotene Vergöt-terung Mohammeds ansehen. Der Feiertag wird oft mit großen Prozessionen gefeiert.“

Die Legenden um Muhammads Geburt finden sich in vielen Hadithen, sind aber nicht authen-tisch. Im Koran 68:4 heißt es über Muhammad (saw) nur: „Und du bist fürwahr von edler Natur.“ Dabei sollt man aber wissen, dass Muhammad im Koran fast immer die Wir-Form verwenden lies – ich und Allah!

Viel, viel mehr ist über Muhammads Tod überliefert. Eigentlich sollte doch der Todestag „ge-feiert“ werden. Aus dem Blickwinkel der Islamgegner sowieso, aber auch aus muslimischer Sicht. Denn nicht als Neugeborener war er ihr Idol, sondern erst aufgrund seines Wirkens bis zum Tod. Das Problem ist nur: Das Ableben des Propheten war wenig rühmlich. Muhammad lebte für die damalige Zeit lange, er wurde immerhin 62 Jahre alt. Er kam auch nicht auf einem seiner vielen Raub- und Kriegszüge um, er fiel auch nicht von einem Kamel oder Pferd und brach sich das Genick.

Schauen wir uns das Kapitel 44, Krankheit und Tod des Propheten aus dem Klassiker von Gerhard Konzelmann (nachfolgend G.K.), „Mohammed – Allahs Prophet und Feldherr“ an, der hier verkürzt die letzten Stunden des Propheten wiedergibt:

Ende Mai 632 (10. Jahr des islamischen Kalenders) machten sich Muhammads Getreue in Medina wieder einmal zu einem Beutezug auf, diesmal zum „Sturm nach Norden“. Als sich die Nachricht von der Erkrankung des Propheten verbreitete, blies der Getreue Usama den Feldzug ab. Erst war die Gesundung oder der Tod des Propheten abzuwarten. Die Erkrankung hatte sich schon länger angekündigt. Von der Wallfahrt nach Mekka war Muhammad erschöpft nach Hau-se gekommen. Ein Sklave Muhammads Abu Muwaihhiba berichtete, wie er mit ihm über die Gräber des Baqi-Friedhofes ging und Muhammad sprach u.a.: „Wie Fetzen der finsteren Nacht bedroht uns die Gefahr der Spaltung … aber, ich (Muhammad) habe mich entschieden, schon jetzt Allah gegenüberzutreten …“

Dabei war er noch nicht lebensmüde. Reihum noch jede Nacht schlief er bei seinen Frauen (es waren aber keine 13 mehr). Seine Lieblingsfrau Aischa war an der Reihe, als er vom Friedhof kam. Sie hatte Migräne, aber auch Muhammad klagte über Kopfschmerzen. Aischa berichtete: „Er rief alle seine Frauen zusammen (Anmerkung Künstle: seine Streitgefährten Omar, Usama und Abu Bakr rief er nicht zusammen, um seine Nachfolge anzuordnen) und bat sie um Einver-ständnis, dass er sich in ihren Räumen pflegen lasse. Sein Kopf war in Tücher gehüllt, als er von zwei Männern gestützt, zu mir kam.“

Doch am 8. Juni 632 verließ er die Räume von Aischa noch einmal, ging in seine Moschee und sprach mit lauter Stimme: „O ihr Menschen. Das Feuer ist entfacht. Streit wird über euch kommen. Bei Allah, mir könnt ihr die Verantwortung nicht zuschieben“. (Anmerkung Künstle: Er war ein wirklicher Prophet des Streits – der wie Pilatus seine Hände in Unschuld wusch). 

Nachdem Muhammad wieder vom Krankenlager auferstanden war, wurde sofort wieder der Streit verkündet. Der junge Feldherr Usama gab erneut die Parole des Propheten heraus, By-zanz ist der Gegner (Die Hauptstadt des christlichen oströmischen Reiches).

Aber es war nur ein letztes Aufbäumen von Muhammads Zustand. Kurze Zeit später lag er im Sterben. Aischa: Der Prophet kam von der Moschee zurück und legte seinen Kopf in meinen Schoß. Seine Augen waren starr aber er sprach, der erhabenste Gefährte ist der im Paradies. Aischa antwortete: „Bei dem, der dich mit der Wahrheit gesandt hat; du wurdest vor die Wahl gestellt und du hast gewählt!“ 

Da verschied der Gesandte Allahs.

Die entscheidenden (?) Männer Omar, Usama und Abu Bakr, seine engsten Weggefährten, waren draußen vor dem Haus und erwarteten Aufklärung über die Nachfolge – die nicht kam. Sie gingen schließlich hinein und sahen, dass Muhammad wirklich tot war. Sie traten dann vor die Menschen und Abu Bakr hielt diese kurze Rede: „O ihr Menschen, wenn jemand Muhammad anbetet, so soll er wissen, Muhammad ist tot – wenn jemand Allah anbetet, so soll er wissen, Allah lebt und wird nie sterben.“ Umso mehr erstaunt es, dass sich die Muslime aller Welt trotzdem Richtung Muhammads Mekka betend niederwerfen, und nicht zu Allah im Himmel beten.

Wenige Stunden nach dem Tod Muhammads. Seine beiden Schwiegerväter Omar und Abu Bakr konnten sich nicht einigen, wer den Trauerzug auf den Friedhof anführt. Der Schwiegersohn Ali und der Onkel al Abbas hielten sich für berechtigt, auch für die Nachfolge des höchsten Am-tes des Islamischen Staates anzutreten. Auch wenn vier sich über Muhammad stritten, störte es den Toten offensichtlich nicht. Und weil er selbst als verstorbener Prophet bei Allah nichts mehr zu melden hatte, wurde Muhammad in seinem Hause verscharrt.

Außerdem trat sofort wieder die Rivalität zwischen Medina und Mekka offen zutage. Die führenden Köpfe Medinas erkannten im Tod Muhammads die Chance, die „Arroganz der Männer aus Mekka“ abzustrafen. Denn keinem der heimischen Medinenser war es gelungen, in den Stab des Propheten einzudringen. Das waren nur mit Muhammad „ausgewanderte“ Mekkaner. Jetzt endlich konnte den Mächtigen aus Mekka die Gewalt entrissen werden (zusammengefasste Seite 294/95 von G.K.).

Also wurde eine (wörtlich überlieferte) Rede eines Mannes kreiert, der sein Ohr am Mund des heiseren Vaters Saad Ibn Ibade hatte, in dessen Haus sich die Kampfgefährten Muhammads versammelten. Die „übersetzte“ Rede Ibades endete mit dem Satz „Es ist nicht Allahs Wille, die Macht für alle Zeiten den Koraischiten zu reservieren“ (der Hauptstamm in Mekka). Das Geze-ter der Versammelten ging hin und her, bis auf der Straße die ersten (bestellten?) Rufe zu hö-ren waren, „Abu Bakr soll Nachfolger werden!“ Die Elite aus Mekka hatte sich durchgesetzt. Omar wollte Saad Ibn Ibade sofort hinrichten lassen. Aber Bakr saß schon so fest im Sattel, dass er das nicht nötig hatte.

Fazit: Vielleicht wäre es besser, Muhammads Ende zu würdigen statt seinen Geburtstag. Mu-hammad wohnte lieber seinen Frauen bei, statt seine Nachfolge zu regeln. Dieser Fehler war der Beginn der anhaltende Fehde zwischen Sunniten, Schiiten und anderen Richtungen. Das Eingeständnis, dass Muhammad fehlerbehaftet war, könnte dann auch zur Frage führen, ob nicht auch Muhammads Koran zu hinterfragen ist. 


Islamkritik und Zensur 

Islamkritisches immerhin noch im Kulturteil möglich

von Albrecht Künstle, 4. Nov. 2019


- einem Journalisten gelang das sogar in der Badische Zeitung aus Freiburg
- https://www.badische-zeitung.de/kunst-1/wunschkonzert-und-waffenschau--178924654.html

Die Badische Zeitung ist eine ausgewiesen islamfreundliche Regionalzeitung, eine Zeitung mit Monopolstellung in den meisten Städten des Verbreitungsgebietes. Ich fiel bei dieser Zeitung in Ungnade und erhielt sogar ein Kontaktverbot verhängt. Aber einem Hans-Dieter Fronz gelang es, in dieser Zeitung am 31. Oktober unterzubringen, was mir nicht gelungen wäre. Allerdings im Kulturteil versteckt mit der Überschrift „Wunschkonzert und Waffenschau: Kaiser und Sultan“. Fast hätte ich den Aufsatz überblättert. Aber im Untertitel fiel mir das Badische Landesmuseum in Karlsruhe ins Auge, wo ich einige Zeit beruflich war und das mir deshalb vertraut ist.

Der Aufsatz berichtet von der Großen Landesausstellung „Kaiser und Sultan“ und zeigt die „Karlsruher Türkenbeute“. Abgebildet ist als Blickfang ein turbanumwundener Helm eines osmanischen Möchtegern-Eroberers. Die Ausstellung führt zurück ins 17. Jahrhundert, eine kriegerisch bewegte Epoche. Präsentiert wird u.a. die Trophäensammlung des Markgrafen von Baden, bekannter unter dem Namen Türkenlouis. „Dieser Ahnherr der badischen Herzöge und Großherzöge tat sich als Feldherr im Großen Türkenkrieg von 1683-1699 hervor“, so Fronz. Und „In drei summa summarum dreißig Jahre währenden Kriegen stand die Habsburger Monarchie auch osmanischen Heeren gegenüber.“ Aber, so entschuldigen sich die Aussteller, es gehe nicht um kriegerische Auseinandersetzungen. Vielmehr solle es hauptsächlich „um Innova-tionen in Architektur, Kunst und Mode“ gehen, also um den „wechselseitigen Austausch und die gegenseitige Durchdringung der Kulturen“. Soso, schon damals eine islamische Kulturbereiche-rung?

„Wird nicht so Vergangenheit gefälscht?“, fragt sich der Autor zu Recht. „Nämlich schöngeredet und weichgespült, anschlussfähig gemacht an den Zeitgeist? Lügt man sich da nicht wiewohl in bester, als auch in politisch korrekter Absicht in die Tasche?“ So schönfärben die Veranstalter: „Kaiser und Sultan. Nachbarn in Europas Mitte 1600-1700“ (gute Nachbarn?). Schon der Titel gehe an der Wirklichkeit vorbei, so Fronz. „Er malt ein Bild schöner Eintracht und gutnachbarschaftlicher Beziehungen.“ Und weiter, „In der Haut der Wiener bei der zweimaligen Belagerung ihrer Stadt durch gewaltige osmanische Heere möchte man jedenfalls nicht gesteckt haben.“ Wie wahr, ich berichtete an anderem Ort darüber.

Der Autor Fronz wagte auch einen Zungen- und Brückenschlag in die Neuzeit, der erzwungenen Unterwerfungsattitüde des Fußballs vor dem Neu-Sultan Erdogan. „Noch Sultan Mehmed III. ließ bei seinem Amtsantritt 1595 sämtliche 19 Brüder ermorden,“ um potenzielle Konkurrenten prophylaktisch auszuschalten. Dazu müssen heute die Gülen’s und Kurden herhalten. Nach Mehmed II., dem Christenschlächter, werden auch in Deutschland DiTiB-Moscheen von Erdogans Gnaden benannt. Ebenfalls eine kulturelle Bereicherung?

„Hat es nicht auch mit der osmanischen Vergangenheit des Landes zu tun, dass die Türkei heute wieder von einem Autokraten regiert wird, den manche als ‚Despoten vom Bosporus’ bezeich-nen?“, wird rhetorisch gefragt. Die Antwort kennt er wie alle, welche die Augen nicht verschlie-ßen.

Den Trick sollte man sich aber merken: Kritische Politik im Kulturteil verstecken – genial. Dieser Kunstgriff ist allerdings nicht neu. Die Regimekritikerin Bärbel Bohley war wenige Tage vor dem Mauerfall erstaunt, dass der Kulturredakteur des „Morgen“, eine DDR-Zeitung, eben-falls im Kulturteil ein Interview mit ihr platzieren konnte, weil der Chefredakteur dieser Zeitung ein Kulturbanause war und diesen Teil kaum las (siehe Tichys Einblick Nov. 2019, S.80). Die Moral von der Geschicht’: Es gibt tatsächlich immer mehr Parallelen mit der DDR. Kritisches kann immerhin noch unter Kultur versteckt werden!